1827

Kaum ein Bochumer Traditionshaus kann auf eine so lange, fast 200-jährige Geschichte zurückblicken wie die Firma Baltz. Im Jahr 1827, als Bochum noch ein kleines Landstädtchen mit ca. 2.500 Einwohnern war, mietete der Blaufärber Moritz Baltz ein Haus auf der Oberen Marktstraße (jetzt Bongardstraße). Der Standort lag im damaligen Ortszentrum schräg gegenüber des Marktplatzes. Moritz Baltz verkaufte hier auf 25 Quadratmetern hauptsächlich Blaudruck-Stoffe, unter anderem für Bauernkittel (wie am Beispiel des Kuhhirten-Denkmals noch zu sehen ist).

Das Baltz-Dreieck

Erweiterungen von 1827 bis heute

1900

Sein Betrieb wuchs langsam, und 1843 konnte er an der Maarbrücke eine größere Textildruckerei und -färberei gründen. Der Verkaufsladen blieb natürlich in der Innenstadt. Um diese Zeit begann in Bochum die Industrialisierung mit der Einrichtung mehrerer Tiefbauzechen (u.a. Präsident, Carolinenglück) und des ersten Stahlwerkes (Meyer & Kühne, später Bochumer Verein) Fuß zu fassen. Der folgende Bevölkerungsanstieg vergrößerte auch für Baltz den Kundenstamm, und der Schwerpunkt verlagerte sich von selbst gefärbten Stoffen zu Handelsware aus aller Welt. Gleichzeitig wurde das Sortiment immer breiter - von der Arbeitskleidung bis zum Maßanzug, von der Bettwäsche bis zum einzelnen Knopf war bei Baltz alles zu finden. Bis 1884 wuchs die Verkaufsfläche durch die umsichtige Geschäftigkeit von Erbe Conrad Baltz auf 70 Quadratmeter. In den folgenden Jahren kaufte Nachfolger Richard Baltz immer wieder Grundstücke dazu und nahm Umbauarbeiten vor.

1924

1924 erfolgte dann der große Wurf, als Baltz von dem Essener Architekten Eduard Budde die zahlreichen kleinen Grundstücke zu einem einheitlichen Neubau zusammenfassen ließ.

Im Jahr 1927 feierte Baltz im neuen Gebäude das 100-jährige Jubiläum der Firma. Das Textil-Kaufhaus M. Baltz führte endlich auch eine Damenkonfektion ein. Baltz realisierte weitere Baumaßnahmen in mehreren Stufen. 1937 beschäftigte Baltz 650 Angestellte, 1939 waren es schon 750.

1943

Das Unheil des Krieges brach über Bochum und auch über Baltz herein. Ein Luftangriff an Pfingsten 1943 zerstörte Teile der Stadt. In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni brannte das Modehaus fast komplett nieder. Der Verkauf fand in den folgenden Jahren in provisorischen Räumen statt.

1948

Nach dem Krieg errichtete die Firma unter Leitung von Else Baltz, der Witwe des 1941 verstorbenen Richard Baltz, eine 400 Quadratmeter große Verkaufsfläche, die ab 1946 genutzt wurde. Am 3. November 1948 eröffnete Baltz das fünfgeschossige Gebäude neu. Tausende Menschen strömten in die Stadt, um sich das große Modehaus anzuschauen.

1952

Im Jahr 1952 feierte Baltz sein 125-jähriges Bestehen, und Richard Baltz, der Sohn von Else Baltz, trat in die Firma Baltz ein. Auch in den nächsten Jahrzehnten verfuhr Baltz nach dem Prinzip des allmählichen, stetigen Wachstums aufsolider Basis.

1991 errichtete Baltz einen Anbau mit Drehtür zwischen Pariser Straße und Schützenbahn. 1996 integrierte Baltz Verkaufsflächen des ehemaligen Modehauses Fischer.

Das Jahr 2001 brachte einige Veränderungen mit sich. Die Bongardstraße wurde neu gepflastert. Im selben Jahr eröffnete Baltz seine Filiale im Ruhr Park. Es folgte der Umzug der Sportabteilung als Intersport Baltz in die Sparkassen-Galerie an der der Schützenbahn. Seit dem Tod von Richard Baltz im Jahr 2004 führt Andor Baltz das Unternehmen in fünfter Generation. Im Jahr 2009 baute die Firma das Untergeschoss des Stammhauses aus, wo Baltz die Kinder- und Jugendkleidung präsentiert. Die außergewöhnliche Wäsche-, Strumpf- und Haustextilienabteilung in der vierten Etage erhielt eine neue Lichtkuppel.

2017

Das Unternehmen Baltz feierte 2017 seinen 190. Geburtstag. Trotz vieler Veränderungen konnte sich das Familienunternehmen von einer 25 Quadratmeter großen Verkaufsstube zu einem der größten Modehäuser im Ruhrgebiet mit einer Verkaufsfläche von über 14.000 Quadratmetern entwickeln. Baltz beschäftigt heute über 300 Mitarbeiter und 18 Auszubildende.